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Ausstellungshinweis: „The Song of Metal“ im slowenischen Nationalmuseum in Laibach

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Die ursprüngliche Idee für die Ausstellung „The Song of Metal – Jahrtausende der Metallurgie in Slowenien“ entstand anlässlich des hundertjährigen Bestehens der Universität von Ljubljana und des 80-jährigen Wirkens der Abteilung für Metallurgie. Die Universität von Ljubljana ist heute die zentrale und führende Wissenschafts- und Forschungseinrichtung des Landes. Seine 23 Fakultäten und drei Kunstakademien bilden ungefähr 40.000 Studenten aus und beschäftigen mehr als 5.800 Angestellte.

Mit dieser Ausstellung soll insbesondere das Studienprogramm Metallurgie gefördert werden. Das interdisziplinäre Projekt zwischen der Universität und dem Nationalmuseum wird von über 40 namhaften Industrieunternehmen unterstützt. Mehr als 100 Personen waren an dem Projekt beteiligt. Das Konzept der Ausstellung verfolgt zwei wichtige Ziele: Erstens eine Darstellung des reichen Erbes der Metallurgie in Slowenien und zweitens, soll der technologische Fortschritt das außergewöhnliche Potenzial für die dieser Technologie für die Zukunft aufzeigen.

Die Geschichte der Metallurgie auf slowenischem Gebiet reicht zurück in das 4.Jahrtausend vor Chr., als die Pfahlbewohner in den Sümpfen von Ljubljana die Kunst des Kupfergusses zum ersten Mal nutzten. Das eigentliche Aufblühen der Metallbearbeitung fand während der Eisenzeit statt. Ab dem 8. Jahrhundert v. Chr. wurde Eisen zum Hauptrohstoff für die Herstellung von Werkzeugen und Waffen. Das reiche Erbe lässt sich durch archäologische Funde, wie die Entdeckung von mehreren tausend Schmelzöfen beweisen.

Auf den Wellen der wirtschaftlichen und demografischen Entwicklung erlebten die slowenischen Länder eine einzigartige metallurgische Renaissance im Spätmittelalter. Einerseits war dies das Ergebnis von frischem Know-how aus Norditalien, das über modernste Metallbearbeitungs­zentren verfügte und andererseits auch eine Folge von strategischen Investitionen in den Bergbau, Bau metallurgischer Anlagen und Gewinnung von Metallen und deren Weiterverarbeitung in Halbzeuge oder Endprodukte. Insbesondere die Eisenverarbeitung verzeichnete erhebliche Fortschritte, wenn auch das Quecksilber von Idrija der bekannteste Exportartikel auf dem globalen Markt wurde.

Das spätmittelalterliche handwerkliche Erbe bildete die Grundlage für die Einrichtung zahlreicher Werkstätten und Produktionsstätten, die sich im Laufe der Zeit zu regionalen Wirtschaftszentren entwickelten. Einige dieser Zentren konnten sich an neue Formen der Marktwirtschaft anpassen und profitierten somit vom technologischen Fortschritt. Diejenigen, die dies nicht taten, wurden in der Zeit der industriellen Revolution im 19.Jahrhundert zurückgelassen. Ein weiterer Schlag folgte mit dem Zweiten Weltkrieg.

Später mussten altmodische Werkstätten modernen, großen Fabriken weichen, wobei auch den Anforderungen nach Umweltschutz, Recycling und Energieeinsparung Rechnung getragen wurde.

In den letzten Jahren wurde der slowenischen Öffentlichkeit zunehmend bewusst, dass die metallur­gische Industrie einen wesentlichen Anteil zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes beiträgt. Im Jahr 2018 wurden in den mehr als 3000 Unternehmen der metallverarbeitenden Industrie cirka 71.000 Mitarbeiter beschäftigt, was einem Anteil von 10% der slowenischen Belegschaft entspricht. Die Metallurgie ist eine stark exportorientierte Branche mit einem Exportanteil von 75%.

Auf der Internationalen Konferenz über Materialien und Technologien im Jahr 2014 in Portorož wurde der Rat für Metallurgie mit dem Ziel gegründet, als Brücke zwischen den Bereichen Bildung, Forschung und Wirtschaft zu fungieren. Dabei wurde auch ein Strategiekonzept „Metallurgie 2015-2025“ erarbeitet. Die Metallurgie wird heute als eine der wichtigsten und vorrangigsten wirtschaftlichen Aktivitäten in Slowenien betrachtet, mit dem Entwicklungsschwerpunkt auf fortschrittliche Werkstoffe für anspruchsvolle Anwendungen.

Prof. Bruno Buchmayr hat im Feber d.J. bereits diese Ausstellung unter der Führung von seinem langjährigen Kollegen, Freund und Mitorganisator der Ausstellung Prof.Peter Fajfar besucht und empfiehlt eine Reise in die sehr schöne und aktive Stadt Laibach mit einem lehrreichen Besuch des Nationalmuseums bis Anfang Mai.

Weitere Infos finden sich unter:

https://www.nms.si/si/razstave/napovedujemo/797-Ko-zapoje-kovina

https://www.ntf.uni-lj.si/omm/en/event/the-song-of-metal-millennia-of-metallurgy-in-slovenia/

Ausstellungsband: Ko Zapoje/Song of Metal (zweisprachig) UL100

Slowenisches Nationalmuseum, Prešeren Straße 20, SI-1000 Ljubljana

Öffnungszeiten: 10 bis 18 Uhr,  Eintritt: 6.-EURO

26.03.20|Allgemein, News|